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Treffen
 
ehc
donnerstag, 11.08.16
Stefan Zweig
Amok (Novellen einer Leidenschaft, Im Insel Verlag zu Leipzig, 1928)



Tu auf dich, Unterwelt der Leidenschaften:
Gestalten ihr, getraeumt und doch gefunden,
Lasst eure Lippen heiss an meinen haften,
Trinkt Blut von Blut und Atem mir vom Munde!

Brecht vor aus euren Zwielichtfinsternissen
Und schaemt euch nicht der Qual, die euch umschattet!
Wer Liebe liebt, will nicht ihr Leiden missen,
Was euch zerstoert, ists, was mich zu euch gattet.

Nur Leidenschaft, die ihren Abgrund findet,
Laesst deine letzte Wesenheit entbrennen,
Nur der sich ganz verliert, ist sich gegeben.

So flamm dich auf! Erst wenn du dich entzuendet,
Wirst du die Welt in deiner Tiefe kennen:
Erst wo Geheimnis wirkt, beginnt das Leben.
 
 
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ehc
freitag, 26.02.16
Denn er war unser! Mag das stolze Wort
Den lauten Schmerz gewaltig uebertoenen!
Er mochte sich bei uns, im sichern Port,
Nach wilden Sturm zum Dauernden gewoehnen.
Indessen schritt sein Geist gewaltig fort
Ins Ewige des Wahren, Guten, Schoenen,
Und hinter ihm, im wesenlosen Scheine,
Lag, was uns alle baendigt, das Gemeine.
 
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ehc
freitag, 11.12.15
Donald Trump

Trump zeigt die Grenzen der Beeinflussbarkeit der Massen durch das intellektuelle Kasperletheater der "Political Correctness" auf und hat Erfolg. Wie haarstraeubend auch immer seine Aussagen sein moegen, die reflexartige Anklage des Tabubruchs zeigt keine Wirkung mehr. Das ist natuerlich ein Alarmsignal fuer die Unwortpresse und Empoerungsindustrie, die ohne den muehseligen Umweg demokratischen Verfahren, wie z.B. der Mehrheitsfindung, allein durch Deutungshoheit glaubt, die Richtlinien der Politik bestimmen zu koennen. Jetzt wird man sich wieder um die Noete der Mittelklasse kuemmern muessen, denn Trump hat es - wie geschmacklos auch immer - geschafft, Sprechblasen mit Sprechblasen zu neutralisieren. 
 
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ehc
donnerstag, 10.09.15
Ob sie wollen oder nicht, in einem Punkt sitzen Springer-Medien, allen voran Bild, immer noch in einem Boot mit denen, die gern behaupten, die »Lügenpresse« verschweige die Wahrheit über »Asylantenflut«“ und »Ausländerkriminalität«: Man will sich gegenseitig nie inspiriert haben. Während die Verhetzten auf der Straße so tun, als habe der Mainstream nichts zu ihren mühevoll selbst erarbeiteten Vorurteilen beigetragen, haben Bild und BZ ihr Herz für Flüchtlinge, ihre ehrenamtlichen Unterstützer und – wo wir schon dabei sind – Deutschland, einig Helferland entdeckt. Sind wir nicht ein großartiges Volk, das bis auf wenige Vollassis nur so von Hilfsbereitschaft strotzt? – funkelt es zwischen den Zeilen. Rassistische Stammleser, die nicht rechtzeitig umgeschaltet haben, stehen da wie bestellt und nicht abgeholt.

Hat ihnen doch in der Bild Heinz Buschkowsky, SPD-Mann und damals Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln erklärt: »Subjektiv empfinden sich die Bewohner in den Einwanderergebieten, die sich irgendwann zu sozialen Brennpunkten entwickelt haben, als benachteiligt, diskriminiert und ausgeschlossen. Von hier ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Kriminalität: Ich nehme mir, was mir zusteht, aber vorenthalten wird, weil ich Ausländer bin. In der Sprache der Gesellschaft nennt man das Einbruch, Diebstahl, Überfall oder Raub.« Der Buschkowsky-Beitrag war Teil einer Serie, mit der Bild im Herbst 2012 »Multikulti« geißelte.

Und jetzt? Während dieser Generalverdacht nach wie vor in der Welt ist, sind Bild und BZ am gestrigen Mittwoch in Berlin und Brandenburg mit einer Beilage für Flüchtlinge in arabischer Sprache erschienen. Auf vier Seiten gebe es Informationen und Service zu Anlaufstellen, Orientierung in der Hauptstadt sowie einen kleinen Sprachführer, teilte das Medienhaus Axel Springer mit. Und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) kam am selben Tag mit dem dazugehörigen Bild-Button »Wir helfen« am Jackett zur Generaldebatte in den Bundestag.

Ob der Sinneswandel auch Sinti und Roma betreffen wird, bleibt abzuwarten: »Droht Deutschland eine Roma-Welle?«, hatte bild.de am 27. Februar 2013 gefragt und unter anderem den Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise zitiert: Die Entwicklung sei »ohne jeden Zweifel besorgniserregend«. Roma seien »wenig gebildet und auf dem Arbeitsmarkt kaum vermittelbar«, so bild.de unter Berufung auf das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, was wohl nach neutralen Experten klingen soll, die das Gemeinwohl im Blick hätten. Dabei handelt es sich um eine Stiftung, deren Startkapital aus der wenig bekannten Falk- und Marlene-Reichenbach-Stiftung stammt und die von der Hewlett Foundation gefördert wurde – also mit Vermögen aus dem US-Technologiekonzern Hewlett Packard.
 
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ehc
mittwoch, 02.09.15
Deutschlands Bundespräsident Joachim Gauck lobte beim Besuch eines Flüchtlingsheims in Berlin, im Schutz seiner Sicherheitsbeamten, die vielen »Freiwilligen, die zeigen wollen, es gibt ein helles Deutschland, das hier sich leuchtend darstellt gegenüber dem Dunkeldeutschland, das wir empfinden, wenn wir von Attacken auf Asylbewerberunterkünfte oder gar fremdenfeindlichen Aktionen gegen Menschen hören«. Reden wir also über das Hell- und das Dunkeldeutschland. Über Zusammenhänge.

Erst »verteidigt man Deutschland am Hindukusch«, dann in Libyen, später in Syrien und sonstwo – und zerstört dabei mit gutem Gewissen die Lebensgrundlagen der Menschen, mit der frivolen Behauptung, ihnen zu helfen. Das nennen Politiker, die sich selbst zu Helldeutschland zählen, wahlweise »humanitäre Intervention« (Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999), »Kampf gegen den Terrorismus« oder weniger verlogen: »Regime-Change«. Dann fliehen die Menschen – dorthin, wo diejenigen, die Krieg führen, in Ruhe leben. Dorthin, wohin der Reichtum fließt, wenn man die Ressourcen (Öl, Rohstoffe etc.) anderer Länder plündert, mit und ohne Krieg.

Dann meldet sich wieder dieses angebliche Helldeutschland und spricht von »Wirtschaftsflüchtlingen«, von Asylmissbrauch, zügiger Abschiebung und legt die Zündschnur, die von den Verursachern weg zu den Opfern führt. Das versteht selbst Dunkeldeutschland und steckt die Zündschnur an. Wieder brennen Notunterkünfte für Flüchtlinge und wieder klappt das Zusammenspiel von Regierung und überforderter Bevölkerung ausgezeichnet. Die Wiener Zeitung beschrieb am gestrigen Freitag die Szenerie treffend: In Heidenau »wüten zwei Tage lang Neonazis vor einer Flüchtlingsunterkunft. Dahinter skandieren Anwohner. Davor schafft es die Polizei tagelang nicht, die Gewalt in unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkunft, einem stillgelegten Baumarkt, unter Kontrolle zu bekommen. Trotz 33 Verletzten in ihren eigenen Reihen gibt es nur eine Festnahme. Ein Journalist. Als dann schließlich doch die Wasserwerfer auffahren, gelten diese linken Gegendemonstranten. Und das alles auf den Tag genau 23 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen. Damals wurden eine Aufnahmestelle für Asylwerber und ein Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter in Brand gesteckt.«

Dann meldet sich wieder »Helldeutschland« – wie damals – und verurteilt die nicht autorisierte Gewalt hier, um – mit der brennenden Notbehausung im Hintergrund – das zu wiederholen, was diese Leute schon immer sagen: Wir können nicht allen helfen, schon gar nicht jenen, deren Land wir wochenlang bombardiert und zerstückelt haben, also das Beste für uns herausgeholt haben. Wenn diejenigen, die wir damals befreit haben (aus dem »Völkergefängnis« Jugoslawien), nun zu uns fliehen, ist das mehr als undankbar. Denn wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Alles andere nennen wir »Wirtschaftsflüchtlinge«.

Natürlich kann »Helldeutschland« nicht alle Flüchtlinge aufnehmen. Es würde vollkommen reichen, endlich damit aufzuhören, das Leben vieler Menschen in vielen Ländern dieser Erde in eine Hölle zu verwandeln.
 
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ehc
freitag, 08.05.15
„Zunächst wird doch wohl niemand das bekannte Sprichwort in Zweifel ziehen: ,Wo die Sache fehlt, ist der Schein das Beste.’“ Erasmus von Rotterdam, 1511

Nachdem jetzt fast alle alten Nazis tot sind, die so gut wie sämtlich unbehelligt geblieben waren, wird jetzt noch rasch dem Auschwitzer Kassenwart (93) der Prozeß gemacht, der seinem Vaterland den letzten Dienst erweist und sich für alles entschuldigt. Im selben Vaterland zur selben Zeit will das Selbstverständigungsorgan der Bourgeoisie volksfremde Politiker ausbürgern und redet überhaupt daher, als heiße es Das Reich. Wo das Reich des Bösen bekanntlich Geschichte ist, müssen wir uns dieses Reich als das des unbedingt Guten vorstellen, und daß der Vorsitzende dieses Reichs ein neoliberaler Pfarrer ist, ist dann eine dieser Fugenlosigkeiten, die mir wirklich immer besser gefallen.
 
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ehc
donnerstag, 22.01.15
Karl Marx, 1844

„Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“

Und während darum noch alle ganz Charlie sind, hat der saudi-arabische Blogger Raif Badawi für „Beleidigung des Islams“ die ersten 50 von 1000 Peitschenhieben erhalten, was den Ruf des Islams als Gewaltreligion nicht eben erschüttert: „Badawi hatte den ägyptischen Aufstand gegen Präsident Hosni Mubarak 2011 bejubelt – ein Alptraum für den Hof in Riad … Er trat für die Trennung von Religion und Staat ein – und dies unter der Herrschaft einer Königsfamilie, die ihre schiere Existenz der Koalition mit dem rückwärtsgewandten islamischen Wahhabismus verdankt“ (SZ). Religion ist Opium des Volks, und über die Qualität des Rauschgifts zu lamentieren verdeckt die eigentliche Frage, die in Dreux so gestellt gehört wie in Riad und aber von FAZ bis Zeit allenfalls mal angedeutet wird, weil die Antwort nicht genehm sein kann: warum das Volk denn überhaupt Opium braucht.
 
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ehc
mittwoch, 14.01.15
Sigmund Freud: Brief an Arnold Zweig 1927, in: Ernst L. Freud (Hg.): Sigmund Freud - Arnold Zweig Briefwechsel, Frankfurt am Main 1969, S. 11.

In der Frage des Antisemitismus habe ich wenig Lust, Erklärungen zu suchen, verspüre eine starke Neigung, mich meinen Affekten zu überlassen, und fühle mich in der ganzen unwissenschaftlichen Einstellung bestärkt, daß die Menschen so durchschnittlich und im großen ganzen doch elendes Gesindel sind.
 
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ehc
montag, 22.12.14
Erich Mühsam (1878 - 1934)

Weihnachtslied

(geschrieben 1925; Wulle und Kube waren Deutschnationale.)

O Tannenbaum, o Tannenbaum -
sechs Zweiglein sind dein Alles.
So klein und dürr - man sieht dich kaum;
du hast in einem Stiefel Raum.
O Tannenbaum, o Tannenbaum, du Sinnbild unsres Dalles!

O Weihnachtsmann, o Weihnachtsmann -
du gehst vorbei ins Weite.
Hast ein zerfetztes Röcklein an,
bringst nichts, was Kinder freuen kann.
OWeihnächtsmann, o Weihnachtsmann,
auch dein Geschäft ist pleite.

O stille Nacht, o heilige Nacht -
in ungeheizter Stube!
Das Christkind hat sich fortgemacht.
Es schläft das Recht, die Feme wacht.
O stille Nacht, o heilige Nacht,
o Wulle und o Kube! +

O Friedensfest, o Liebesfest -
in Not und Angst Millionen! '
Und wer sich's nicht gefallen lässt,
den setzt die Republike fest.
O Friedensfest, o Liebesfest -
meim Rumfutsch oder Bohnen.

O Weihnachtszeit, o selige Zeit -
es hungern selbst die Flöhe. -
Doch ob nach Milch der Säugling schreit,
der Stahlhelmbund steht putschbereit. -
O Weihnachtszeit, o selige Zeit -
Hosianna in der Höhe!
 
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ehc
montag, 22.12.14
Erich Kästner, 1927

Weihnachtslied, chemisch gereinigt
(Morgen, Kinder, wird's nichts geben)



Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
Weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte recht so weit ...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!
 
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