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"Gedränge mit Humor nehmen" 
Anna Rundshagen im schanghai.com Interview

Warum interkultureller Austausch im Büro besser funktioniert, wie man als mitreisender Partner mit einem "Zuviel" an Freizeit umgeht und was es in morgendlichen Parks zu entdecken gibt, verrät Kommunikationstrainerin und Lebensberaterin Anna Rundshagen im schanghai.com Interview.

schanghai.com: Frau Rundshagen, als Kommunkationstrainerin beraten Sie vor Ort in Shanghai Unternehmen wie Bayer, BASF, Bosch oder Microsoft. Funktioniert interkultureller Austausch im betrieblichen Umfeld einfacher als privat?

Anna Rundshagen: Im betrieblichen Umfeld hat man gemeinsame Ziele zu erreichen und das führt einen sicherlich näher zueinander. Außerdem haben sich sowohl die chinesischen als auch die ausländischen Mitarbeiter dieses internationale Kooperationsfeld ausgesucht und sind so eher zu Anpassungen bereit als jemand, der sich beim privaten Stadtbummel unvorbereitet in der vollgequetschten U-Bahn wiederfindet.

schanghai.com: Mitreisende Partner sind oft trotz reichhaltigem Freizeitangebot und vergleichsweise luxuriösem Lebensstil unglücklich. Was machen sie falsch?

Anna Rundshagen: Ich glaube, dass jeder Mensch eine Aufgabe braucht. Insofern rate ich immer an, sich frühzeitig zu ueberlegen, wie man sein "Zuviel" an Freiziet hier gestalten möchte und sich eine Tätigkeit zu suchen, die einen regelmäßig aus dem Haus bringt und vor Herausforderungen stellt. Das hebt das Selbstbewusstsein und man kann rückblickend sagen, dass man einen Beitrag geleistet hat. Wohltätige Organisationen wie Lifeline oder Hands on Shanghai suchen immer wieder Freiwillige, die helfen und vor allem verlässlich sind.

schanghai.com: Pyjamas im Park, Gedränge beim Anstellen, agressives Verkehrsverhalten. Bis zu welchem Grad muss man sich einer fremden Kultur anpassen?

Anna Rundshagen: Das muss man mit Humor nehmen und hinsichtlich Anpassung individuelle Strategien entwickeln. So bin ich z.B. oft vor 8 Uhr morgens in den hiesigen Parks unterwegs, in denen es immer viel zu sehen und zu lernen gibt - wie z.B. am Jing'An Tempel, wo man morgens bei den Kalligraphieübungen mitmachen darf, die mit Wasser und riesigen Pinseln auf dem Gehweg stattfinden.

Workshop "Neu in Shanghai" am 10. September 2011

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