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"China ist anstrengend" 
Leseprobe zum Stellenwert von Oasen

(...) Ich habe vor einiger Zeit mit der Frau eines Technikers gesprochen, deren Mann für eine deutsche Firma in Changchun [noch so ein Millionendorf, dieses Mal im Norden Chinas] Anlagen aufstellt. Diese Firma - so nebenbei bemerkt - möchte bestimmt nicht genannt werden, weil sie ihn aus Kostengründen in einem Arbeiterwohnheim für Chinesen wohnen lässt. Dort hatte man beim Bau vergessen, Toiletten einzurichten, was dazu führt, dass jeden Abend für fünfzehn Minuten im Treppenhaus das Licht ausgeschaltet wird.

Die Beschreibung des Zustandes nach Wiedereinschalten des Lichts verbietet an dieser Stelle das Feingefühl. Wie die chinesischen Bewohner des Hauses mit diesem Zustand zurecht kommen, ist die eine Frage, für den Deutschen muss es die Hölle sein . Was macht der Mann Abends, außer von seiner Familie in Norddeutschland zu träumen, die er in den kommenden zwei Jahren dreimal für eine Woche sehen wird?

China ist anstrengend, das ist es schon für seine eigentlichen Bewohner. Es ist voll, es ist laut, es ist heiß, es ist luftverschmutzt. Ich kenne einige Chinesen, die in Deutschland leben und die nicht mehr zurück nach China ziehen möchten, es ist ihnen schlicht zu laut. Und für die Ausländer, die dort arbeiten, ist es extrem fremdartig.

Und bleibt es auch, weil sie vor lauter Arbeit für ihre Firma überhaupt nicht die Möglichkeit haben, die Sprache zu erlernen und sich auf das Land einzulassen. Der Lärm, die dicke Luft - sei es durch Autoabgase oder durch den Löß - das ungewohnte Essen und vor allem die Fülle auf den Straßen machen die Haut dünn.(...)


So weit, so anstrengend. Aber Journalist und Sinologe Volker Kienast schreibt im gleichen Kapitel seines Buches "China subjektiv" auch über Oasen. Was genau ist damit gemeint?

Hier weiterlesen

Quelle: "China subjektiv" von Volker Kienast     Kommentare: 0
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