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Es gibt sie noch, die guten Dinge
Von Volker Kienast
Übersicht

Es gibt sie noch, die guten Dinge. Ich bin seit einigen Tagen wieder in der Stadt. Heute Nachmittag bin ich mit der U-Bahn in die Stadt gefahren und hab mich treiben lassen. Dabei ist mir zunächst einmal aufgefallen, dass Shanghai immer mehr Hongkong ähnelt, also sehr modern und mondän ist, glitzernde Häuser und Fassaden, teure Geschäfte und auf den Straßen die üblichen hochglänzenden Autos der obersten Klasse.

Mir ist allerdings auch aufgefallen, dass das nur bei einigen wenigen Straßen der Fall ist. Viel häufiger sieht es hier immer noch aus wie in, naja Shanghai eben: Durchblicke in Hinterhöfe von grauen Ziegelgebäuden, in denen die Menschen immer noch in aller Seelenruhe in Boxershorts rumlaufen, nix mit Glitzer. Auf diesen Hinterhöfen wird im Freien gekocht, die Kinder toben rum, alte Männer und Frauen sitzen auf kleinen Hockern und spielen Karten, darüber hängen die elektrischen Leitungen durch und darüber hängt die Wäsche zum Trocknen aus. Hongkong sieht halt überall aus wie Hongkong.

Aber eigentlich wollte ich etwas anderes erzählen. Mittendrin in all diesen Kaufhäusern mit Markenware gibt es auch noch ein richtiges chinesisches Kaufhaus. Dort kann man wie vor Jahren rein gehen und für wenig Geld viel Chinesisch lernen und eine Menge Leute kennen lernen. Und das geht so: Ich brauche beispielsweise Socken und gehe in die entsprechende Abteilung. Kaum stehe ich dort und habe ein Paar in der Hand, steht plötzlich aus dem Nichts eine junge Verkäuferin neben mir und versucht mich irgendwie zu fragen, ob sie denn helfen könne.

Damit beweist sie echten Mut, denn einfach einen Ausländer ansprechen, ohne zu wissen, ob der einen auch versteht, ist nicht ohne. Umso erleichterter ist sie, als ich auf Chinesisch antworte und fängt sofort an zu kichern, das ist kein Auslachen, sondern nur ein Zeichen der Unsicherheit. Jedenfalls verschwindet sie augenblicklich mit trippelnden Schritten und kommt nach wenigen Sekunden mit mindestens zwei Kolleginnen zurück, das müssen die schließlich auch gesehen haben. In den folgenden zehn Minuten sind die Socken nicht mehr so wichtig, weil nun die üblichen Sätze ausgetauscht werden, wo ich denn Chinesisch gelernt habe, wo ich herkomme etc.

Allerdings drehe ich dann üblicherweise die Fragerichtung um und will wissen, ob sie denn in Shanghai geboren wurden, ob sie schon lange in diesem Kaufhaus arbeiten und ähnliches. Irgendwann ist natürlich Schluss mit Smalltalk und jeder der mittlerweile noch größer gewordenen Gruppe erinnert sich an die Socken. „Wo ich denn bezahlen könne“ möchte ich wissen.

Daraufhin laufen zwei der jungen Damen mit den Socken zu einem Stehpult, füllen drei zettelige Formulare aus hauchdünnem Papier aus, hauen auf jeden einen Stempel und geben mir die – auch gestempelten – Durchschläge. Die Socken bekomme ich nicht.


 
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