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Neues aus dem Verkehrsstudio
Von Volker Kienast
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Ich sitze am Bahnsteig der U-Bahn auf einer Bank, weil ich mich hier mit einem Freund verabredet habe. Während ich dies hier mit einem Bleistift auf Papier schreibe, sitzen neben mir fünf junge Chinesen, die wie wild auf ihre Handys eintippen. Sie starren mich an wie einen Dinosaurier, Papier und Bleistift, Phhh! Auch eine Form von Kulturschock.

Ich wollte am Samstag eigentlich mit der U-Bahn auf die andere Flussseite fahren, bin aber - ich kann’s kaum schreiben - in die falsche Richtung gefahren. Wie sagt doch der große weise Hägar der Schreckliche? „Unwissenheit ist aller Abenteuer Anfang“. Doch dann war es mir egal, also bin ich irgendwo ausgestiegen und dann rund vier Kilometer zurück gelaufen. Danach habe ich – wieder mal -geduscht.

Ich habe mir gleich nach der Ankunft zur ersten U-Bahnfahrt eine Verkehrskarte für 80 Yuan gekauft, die kann ich am Eingang und Ausgang auf eine Fläche am Drehkreuz legen und das System rechnet den Preis runter, meistens sind das 3 Yuan. Das erspart mir, ständig eine halbe Tonne Kleingeld mit zu schleppen, außerdem spart es Zeit.

Mit dieser Verkehrskarte kann ich auch in den Taxis zahlen. Die sind hier sehr billig und fahren auch die Nacht durch, die U-Bahn fährt nur bis 23.00 Uhr. Chinesen gehen abends mit den hier nicht mehr vorhandenen Hühnern ins Bett, da braucht es wohl selbst in einer Weltstadt keine Nachtbahn.

Als ich das letzte Mal hier war - 2007 - gab es nur einige wenige U-Bahn Linien im Innenstadtbereich. Jetzt gibt es [mehr als] 13 verschiedene Linien mit geschätzten 150 Stationen, die bis weit in die Außenbezirke führen. Das System funktioniert eigentlich perfekt, man darf nur nicht so blöd sein, in die falsche Richtung zu steigen, schluchz.

Wer in Shanghai U-Bahn fährt, sollte erstens keine Angst vor Menschen haben und zweitens Zeit, so absurd das klingen mag. Mao hat mal gesagt, der Volksbefreiungssoldat solle sich im Volke fühlen wie ein Fisch im Wasser. Wer hier zur Rushhour UBahn fährt, fühlt sich wie ein Molekül im Wasser. In den Waggons kann man getrost die Haltegriffe und Stangen loslassen, denn umfallen kann eh niemand mehr.

Tatsächlich sind die Stationen großzügig bemessen. Die Treppen könnten etwas breiter sein, damit sie mehr als zweihundert Menschen pro Minute aufnehmen können, doch sonst sind sämtliche unterirdischen Passagen und Plätze angemessen weiträumig. Eigentlich hätte ich eben „Rolltreppen“ schreiben müssen, denn dort stehen die Leute Schlange, um drauf zu kommen, während die Fußgängertreppe daneben meistens unbenutzt bleibt, elektrisch ist halt was tolles.

Überall kleben Schilder an den Wänden und auf dem Boden, die zu den richtigen Bahnlinien weisen, so ist es auch für Ausländer ohne Schriftzeichenkenntnisse möglich, den richtigen Weg zu finden.


 
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