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Thriller: Shanghai Expats (6)
Von Stefan Lake
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Palmer nahm einen Schluck, der Kaffee war schwarz und stark, warf einen flüchtigen Blick auf ihre Beine und sagte, „Gut. Sie drei Fragen, dann ich drei Fragen.

Was wollen Sie wissen?“

Sie lehnte sich zurück – ihre Brust spannte hart gegen den Stoff, was wohl ihre Absicht war – und benutzte ihre freie Hand wie einen Kamm in ihren Haaren. „Wie heißen Sie?“

„Palmer“, sagte er, sein Blick fest in ihre Augen.

„Palmer. Okay. Und seit wann sind Sie in Shanghai, Palmer?“

„Seit etwas mehr als drei Stunden. Letzte Frage.“

„Hast du Lust, mit zu mir zu kommen?“

„Lust schon, aber keine Zeit. Jetzt ich. Woher kennen Sie die beiden Männer von vorhin?“

Sie lachte, „Wow“, schüttelte den Kopf, legte die Hände auf den Tisch, „Ich habe mit denen ... beruflich Kontakt“, sagte sie dann und trank ihr Glas leer.

„Was hat der tote Deutsche mit Ihnen zu tun?“

„Nichts.“

„Wovor haben Sie Angst?“

„Vor Chinesen mit langen Fingernägeln.“ Sie versuchte ein Lächeln. „Haben Sie das schon gesehen? Meist am kleinen Finger, der Nagel ein, zwei Zentimeter lang? Die benutzen die langen Fingernägel, um ihre Öffnungen am Kopf zu reinigen. Alle Öffnungen.“

„Wenn der tote Deutsche aus der Zeitung nichts mit Ihnen zu tun hat ... warum haben die beiden Ihnen dann sein Bild gezeigt?“

„Das ist bereits die vierte Frage“, sagte sie.

„Stimmt“, sagte er, „aber bei der zweiten Frage haben

Sie gelogen.“

„Wir haben nicht ausgemacht, dass wir ehrlich antworten müssen“, sagte sie, nahm sein Guinness, trank, guckte ihn an.

„Dieser tote Deutsche hat etwas mit Ihnen zu tun“, sagte Palmer.

„Und Ihr Guinness ist nicht schal. Was sind Sie, Palmer? Polizist? Biertester, der immer nur einen Schluck trinkt? Boxer, mit Ihrer Schramme über dem Auge und wie Sie mich da draußen beschützt haben? Oder ist Ihnen einfach nur langweilig und Sie stellen deswegen so viele Fragen? Mmh, nein, dann hätten Sie ja Zeit mit zu mir zu kommen.“ Jetzt lächelte sie wieder.

Palmer trank vom Kaffee und hielt den Mund. Sie hatte recht. Es ging ihn nichts an.

„Sind Sie jetzt beleidigt?“

„Nein.“

„Die beiden ... Rüpel“, sagte sie, zog an der Zigarette und blies den Rauch wieder an ihm vorbei, „haben mir gesagt, dass mein Name auf derselben Liste steht, auf der auch sein Name“ – sie nickte auf die Zeitung – „steht. Stand. Mein Name wäre shortlisted, haben sie gesagt. Dass ich also als nächstes dran bin.“


 
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