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Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
JKostlin
24-jul-16
Hallo Allerseits,

Ich moechte als Deutscher meine Freundin hier in Wuhan heiraten. Die Frage ist, wo und wie bekomme ich ein Ehefaehigkeitszeugniss? Im Konsulat in Shanghai? Kann ich da einfach hingehen ohne vorher anzurufen? oder muss ich dieses Zeugniss in DE beantragen?
Vielen Dank erstmal an alle.
 
 
aw: Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
NKM
24-jul-16
Das Ehefaehigkeitszeugnis wird vom Standesamt am letzten gemeldeten Wohnort in Deutschland ausgestellt. Ist leider nicht so einfach wie es sich anhoert. Du musst im Prinzip die gleichen Unterlagen an das deutsche Standesamt beibringen als wenn ihr in Deutschland heiraten wuerdet. Das heisst auch Geburtsurkunde, Ledigkeitsnachweis etc Deiner Zukuenftigen. So war das jedenfalls vor 10 Jahren.

Da gab es vor einiger Zeit einen Beitrag im Forum (such mal danach), wo gesagt wurde, dass eine Meldebescheinigung aus Deutschland ausreicht, solange der Familienstand als ledig angegeben ist. wenn das wirklich geht, waere das sehr viel einfacher. Braeuchte dann nur noch uebersetzt und beglaubigt werden.
 
 
aw: Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
Family Guy (Gast)
25-jul-16
In unserem Fall (Mann Österreicher, Frau Chinesin, Heirat in Shanghai 2015) wurde vom Marriage Registration Office anstatt des Ehefähigkeitszeugnisses auch eine simple eidesstattliche Erklärung (eidesstattliche Versicherung) akzeptiert. In diesem A4-Dokumentbestätigte ich in ein paar Sätzen selbst meine Ledigkeit. "Hiermit bestätige ich an Eides Statt, dass blablabla..."

Unterschreiben, Siegel vom österr. Konsulat drauf (20 Minuten, RMB 300) und ab damit zum Übersetzungsbüro (www.sisuts.com , 3-4 Tage, RMB 300). Notarielle Beglaubigung war nicht erforderlich, nur eine Kopie der Business License des Übersetzungsbüros.

Damit, dem Pass und den Dokumenten der Verlobten (ID, Hukou, ...) kann man einen Termin beim Marriage Registration Office vereinbaren, wo eine chinesische Heiratsurkunde in Form zweier roter Büchlein ausgestellt wird (20 Minuten, gratis).

Diese chinesische Heiratsurkunde wird in Folge von einem Notar auf Deutsch übersetzt und beglaubigt (http://www.sh-notary.gov.cn , 1 Woche, RMB 500, Kanzlei ggü. Kempinski "The One"), danach vom Außenministerium (in Shanghai gleich neben dem Hilton Hotel) überbeglaubigt (1 Woche, RMB 500) und letztendlich vom Konsulat nochmal beglaubigt (30 Min., RMB 300). Damit ist die Ehe offiziell auch in Österreich gültig.

Soweit die Situation für Österreicher. Nehme aber stark an, dass das Prozedere für Deutsche oder Schweizer ähnlich ablaufen wird.

1. Lass deine Verlobte beim Marriage Registration Office in Wuhan anrufen und fragen, ob eine eidesstattliche Erklärung über deine Ledigkeit ausreichend ist.

2. Ruf beim deutschen GK an, ob sie die Ausstellung einer solchen Erklärung vornehmen und ob du dafür eine Termin brauchst.
 
 
aw: Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
riniela (Gast)
12-sep-16
herzlichen glückwünsch

der Prozess klingt aufwendiger als er ist. du brauchst nur genügend Zeit:

Das Ehefaehigkeitszeugnis wird vom Standesamt am letzten gemeldeten Wohnort in Deutschland ausgestellt.
und um das zu bekommen, musst du einige Unterlagen einreichen. Die Botschaftsseite hat doch alles parat, downloaden und in Ruhe durchlesen.

Auch dein Ehepartner benötigt Unterlagen: Geburtsurkunde und Ehefähigkeitszeugnis. In Jiangsu ziemlich einfach zu bekommen. ACHTE darauf: In Nanjing gibt es die Möglichkeit alle Unterlagen auch gleich als deutsche Übersetzung zu bekommen, das spart dir später in Deutschland eine weitere Übersetzung und Kosten von ca. 150Euro. (Unsere Standesbeamte konnte super englisch, wollte aber keine englischen Unterlagen akzeptieren...)
Nur ist die Frage, ob die Provinz Wuhan auch gleich die Deutsche Übersetzung anbietet.

Legalisierung ist ein Vorgang von 10 Minuten hier in Shanghai.

2 bis 3 Monate Zeit wirst du benötigen.

Masel tov
 
 
aw: Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
SusanneXpremium memberadministrator
10-nov-16
Hallo, hast du dein Ehefaehigkeitszeugniss bekommen? Bitte erzähl doch mal wie alles gelaufen ist - gibt bestimmt noch mehr User in ähnlicher Situation, die für diese Infos dankbar wären.
 
 
aw: Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
Vrlbtr (Gast)
08-dez-16
Kurze Info wie es in Hubei laeuft, villeicht hilft die Info ja noch jemandem:
Das Standesamt in Wuhan fordert von Auslaendern entweder:

Ehefaehigkeitszeugnis (beglaubigt, ueberbeglaubigt, legalisiert, uebersetzt)

oder

Konsularbescheinigung.

Das mit der Konsularbescheinigung mag sich zunaechst einfach anhoeren, aber diese wird vom deutschen Konsulat NUR mit einem Ehefaehigkeitszeugnis ausgestellt. D.h. das Zeugnis muss zwar nicht den ganzen Beglaubigungsprozess durchlaufen, aber in Deutschland beantragt werden und dafuer werden wiederum Geburtsurkunde, Ledigkeitsnachweis und Hukou der Verlobten benoetigt. Das muss fuer Deutschland natuerlich alles... na kommt ihr drauf? Richtig! Beglaubigt, ueberbeglaubigt, legalisiert und uebersetzt sein. Die Katze beisst sich praktisch in den Schwanz.
Wenn jetzt noch Hukou und Wohnort des Partners nicht uebereinstimmen, kann man sich vorstellen wie aufwendig und nervig die Beschaffung ist.

Wer z.B. noch einen Wohnsitz in D hat, kann sich ja eine Meldebescheinigung ausstellen lassen, aus dieser ist auch die Ledigkeit ersichtlich. Bei anderen Laendern (z.B. Schweiz) ist das kein Problem, auch eidesstattliche Versicherungen werden ausgestellt. Das deutsche Konsulat legt sich hier aber quer. Bescheinigung ausschliesslich mit Ehefaehigkeitszeugnis. Punkt.

Mir wurde mal gesagt: "Heirate bloss nicht in Deutschland, in China ist viel einfacher!"
Stimmt auch, allerdings nur, wenn man kein Deutscher ist. Uns wirds naemlich durch den deutschen Behoerdenapparat wieder unnoetig kompliziert - und nebenbei auch teuer - gemacht.
 
 
aw: Eheschliessung in China   guter beitrag schlechter beitrag
Shang High (Gast)
23-jan-17
Meine Empfehlung ist in Hong Kong zu heiraten!
Alle Dokumente sind zweisprachig (Englisch & Chinesisch) und voll anerkannt sowohl in China als auch Deutschland.
Heiraten in Mainland China artet immer in buerokratischem Stress aus...
 
 
aw: Eheschliessung in China positive bewertungen:  2 (100%) 
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Laogong (Gast)
24-jan-17
st der Thread noch am Leben?
Da das Thema hier offensichtlich ja doch einige Leute beschaeftigt, nutze ich mal die Mittagspause um auch meine Anekdote bei zu steuern.

Frau Chinesin (Hubei-Hukou), ich Deutscher mit Residence Permit (gemeldet in Deutschland), wir leben in Shanghai.

Ich liste chronologisch auf:

1. Anruf beim Standesamt Xiangyang (Heimatstadt vom Weibchen):
Ehe-Registrierung zwischen Auslaender und Hubei-Chinesin nur in Wuhan moeglich. Immerhin, etwas naeher an Shanghai und bequem per G-Train zu erreichen.Ich war sowohl beruflich als auch privat schon oefter dort und mag die Stadt. Klingt doch nach einem guten Start.

2. Anruf beim Standesamt Wuhan:
Benoetigt werden mein Reisepass, ihre ID, 3 Fotos die beide zeigen (mit rotem Hintergrund, 2 Zoll, es darf soagar gelaechelt werden), ihr Hukou, fuer den Auslaender entweder ein legalisiertes Ehefaehigkeitszeugnis oder eine Konsularbescheinigung.
Konsularbescheinigung klingt erst mal simpel, ist es aber nicht so ganz, siehe Punkte 3 bis 8.
Die freundliche Lady sprach mehr als passabel English und hat mir auch folgenden Link Letter fuer Letter (!) diktiert:
http://english.wh.gov.cn/publish/english/2012-04/20/1201204200918530008.html

3. Anruf beim deutschen Konsulat Shanghai:
Zur Austellung der Konsularbescheinigung wird ein deutsches Ehefaehigkeitszeugnis benoetigt, andere Dokumente zaehlen nicht. Erwaehnt man die Meldebescheinigung aus Deutschland, welche ja wesentlich einfacher zu beschaffen waere, seufzt die ansonsten nette Dame und wirkt ploetzlich sehr genervt.
Eine Meldebescheinigung reiche nicht aus, sie mache die Regeln auch nicht, sondern hielte sich nur an sie. Ich auessere dafuer mein volles Verstaendnis (Konfliktvermeidung!) und schon ist sie wieder hoeflich. Es rufen wohl auch oefter weniger einsichtige Landsleute an.
Es wird mehrfach auf folgendes Merkblatt verwiesen:
http://www.china.diplo.de/contentblob/3475164/Daten/4566277/mbeheschliessung140902dd.pdf
Dies kannte ich praktisch schon auswendig, mit dem Anruf wollte ich mich nur nochmal sicherstellen, auch wirklich alles absolut richtig verstanden zu haben. Hatte ich.

Fortsetzung folgt....
 
 
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Laogong (Gast)
24-jan-17
...Fortsetzung:

4. Anruf beim Standesamt in Deutschland:
Die mussten erst mal selbst bei der uebergeordneten Behoerde (Landkreis?) nachfragen, da sie ein Ehefaehigkeitszeugnis zuletzt vor 10 Jahren ausgestellt hatten.
Von mir benoetigete Dokumente: Pass oder Perso plus Geburtsurkunde.
Von meiner Frau: Geburtsurkunde (Original und Kopie), Ledigkeitsnachweis (Original und Kopie), Hukou (Kopie), Reisepass (Kopie).
Alles ausser der Passkopie muss uebersetzt, notarisiert, ueberbeglaubigt und legalisiert sein. Und natuerlich der ausgefuellte und von beiden unterschriebene Antrag (Unterschriften mussten fuer mein Standesamt nicht beglaubigt werden, falls noetig, geht das beim Konsulat).
Kuriose Erkenntnis: Der Deutsche Staat verlangt praktisch einen Ledigkeitsnachweis vom Partner um die eigene Ledigkeit zu bestaetigen. Was also, wenn das die Chinesen andersrum ebenso handeln wuerden? Ein Teufelskreis!

5. Anruf bei Schwiegermutter in Yicheng (Stadtteil von Xiangyang, Geburts-/Hukou-Ort meiner Frau):
Geburtsurkunde und Ledigkeitsnachweis muessen am Hukou-Ort besorgt werden.
Ein lokaler Beamter hatten ihr erstmal versichert, dass eine Chinesin diese Dokumente nicht brauche um zu heiraten. Schwiegermama weisst darauf hin, dass ihre Tochter einen Deutschen heiratet.
Auf diese Aussage folgt erst so etwas wie Unverstaendnis, dann bricht eine laute und turbulente Debatte los. Ich zitiere das Gedaechtnisprotokoll meines Schwagers, der anwesend war:

Beamter: Diese Dokumente braucht sie nicht.
Schwiegermutter: Doch, sie wird einen Deutschen heiraten.
B: Oh, einen Laowai?
S: Nein, einen Deutschen.
B: Dann muss sie in Deutschland heiraten.
S: Nein, sie muss in Wuhan heiraten.
B: Das weiss ich nicht. Aber wuerde sie einen Chinesen heiraten, braeuchte sie die Dokumente nicht.
S: Sie heiratet aber einen Deutschen.
B: Und sie muesste auch nicht in Wuhan heiraten!
S: Stellen Sie mir bitte einfach die Dokumente aus.
B: Es gibt aber viele Chinesen die auch noch eine Frau suchen!
S: Das ist nicht Ihre Entscheidung, sondern die meiner Tochter!
B: Es waere aber besser, wenn sie einen Chinesen heiraten wuerde!
S: Stellen Sie mir einfach die Dokumente aus!
B: Es gibt auch reiche chinesische Maenner!

Aha. Wusste gar nicht, dass ich reich bin. Hab nicht mal ein Auto.
Sie war wohl kurz davor dem sehr "patriotischen" Herren ueber seinen Tresen ins Gesicht zu springen, die landesuebliche, sehr interessierte Menschentraube hatte sich auch schon gebildet.
Mein Schwager ist dann eingeschritten und hat sich dem Supervisor ein paar Tische weiter anvertraut. Dieser zeigte sich sofort kooperativ, Geburtsurkunde und Ledigkeitsnachweis (inklusive notarisierter Version, die auf Nachfrage sogar gleich auf Deutsch ausgefertigt wurde!) wurden bis zum naechsten Tag ausgestellt.
Versand der Dokumente zu uns nach Shanghai.

Fortsetzung folgt....
 
 
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Laogong (Gast)
24-jan-17
...Fortsetzung:

6. Anruf bei Agentur in Beijing:
Der Amtsbezirk des Deutschen Konsulats Shanghai umfasst nur Anhui, Zhejiang, Jiangsu und Shanghai selbst, unsere Dokumente kommen aus Hubei, ergo: Botschaft in Beijing ist zustaendig.
Abholung von Geburtsurkunde, Ledigkeitsnachweis und Hukou durch Kurier, Versand nach Beijing.
Die Agentur kuemmert sich um die Ueberbeglaubigung vom chinesischen Aussenministerium und die Legalisation durch die deutsche Botschaft (jeweils Aufkleber und Stempel) in Beijing. Bei diesem Schritt ist der direkte Postweg ausgeschlossen (Vollmacht geht), wer nicht selbst hinfahren will und wie wir keine Freunde in Beijing hat, braucht also eine Agentur.
Innerhalb von einer Woche war alles komplett und wieder zurueck in Shanghai.

7. Standesamt in Deutschland:
Ein persoenliches Erscheinen ist theoretisch nicht Pflicht, praktischerweise war ich aber zu der Zeit ohnehin gerade kurzfristig beruflich in Deutschland, daher bin ich selbst hin.
Einreichen und Durchsicht der Dokumente plus Antrag, passt alles.
Aufmerksames Durchlesen und Unterschrift eines Infoblatts, darin geht es hauptsaechlich um Nachtrag ins deutsche Ehe-Register und Namensfuehrung. Fuer uns noch uninteressant, da wir beide beruflich fest in Shanghai verankert sind und die naechsten Jahre nicht vorhaben nach Deutschland zu ziehen.
Austellung des Ehefaehigkeitszeugnisses noch am gleichen Tag.

8. Deutsches Konsulat Shanghai:
Keine Terminvereinbarung, Nummer ziehen, Ehefaehigkeitszeugnis und Paesse vorlegen (ausreichend wenn einer der Verlobten persoenlich erscheint).
Mein Pass wird minutenlang mehrfach durchgeblaettert und genau studiert: Mein Residence Permit und die Ein-/Ausreisestempel passen nicht zusammen.
Viele werden es kennnen: Alter Pass voll, Permit wird in den Neuen uebertragen, somit fehlt dort der erste Einreisestempel. Der alte Pass muss her.
Schlau wie ich bin, hatte ich diesen gleich - wie auch bei jeder Ein- und Ausreise - dabei. Stempel gefunden, mystery solved.
Die Dame entschudligt sich sogar noch: "Tut mir leid, aber in China ist man da sehr penibel, also muessen wir es auch sein. China eben, Sie kennen das ja sicher." Ja, kenn ich.
Das Konsulat stellt die Bescheinigung ueberigens nur noch an Deutsche mit Residence Permit aus, Visum zaehlt nicht. War mir so auch nicht bekannt, aber ich hab ja ein Permit.
Konsularbescheinigung wird innerhalb von 10 Minuten ausgestellt, nach den laut Infoblatt geforderten Passkopien wird nicht mal gefragt. Wieder mal 4 Kuai im Copy-Shop verschwendet!

Fortsetzung folgt...
 
 
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Laogong (Gast)
24-jan-17
...Fortzetzung:

9. Anruf beim Standeamt Wuhan:
Angeblich wird jetzt doch auch das Ehefaehigkeitszeugnis benoetigt. Die freundliche Lady erklaert mir, dass ich ein Dokument brauche, welches den Wortlaut "single" oder "unmarried" enthaelt.
Dies steht weder in dem einen noch anderem so wortwoertlich, es ist nur von "no impediment to marry" die Rede. Ich reiche das Telefon an meine bessere Haelfte weiter, es folgt eine hitzige Diskussion auf (Hubei-)Chinesisch, der ich nur rudimentaer folgen kann.
Anschliessend herrscht leichte Verwirrung und Nervositaet. Welchen Zettel brauchen wir jetzt? Haette ich doch das Ehefaehigkeitszeugnis in Deutschland legalisieren lassen muessen? Wir wissen es nicht.
Dennoch Besuch beim Standesamt eine Woche spaeter beschlossen, Konsularbescheinigung und Ehefaehigkeitszeugnis an Uebersetzungsbuero in Wuhan (wird einem vom Standesamt empfohlen) gemailt. Preis kann noch um 60 Kuai runtergehandelt werden.
Innerhalb von 20 Minuten bekommen wir die Vorab-Versionen der Uebersetzungen per Mail zurueck. In der jetzt chinesischen Konsularbescheinigung steht: "不结婚". "Not married". Die Nervositaet legt sich etwas.
Erneuter Anruf beim Standesamt, ob sie vorab schonmal meine Unterlagen checken wuerden, sodass wir - worst case - nicht sinnlos nach Wuhan fahren: Nicht moeglich. Aber die Dame beruhigt uns, meint die Unterlagen werden schon passen.

10. In Wuhan:
Termin wird mit privater Fuehrung durch Wuhan verbunden (Weibchen hat dort ihren Master gemacht). Wir treffen ein paar alte Komilitonen und verbringen den Tag vor der Trauung primaer mit Essen und Trinken. Wer mal dort ist, sollte unbedingt zur Fressmeile am Suedende der alten Yangzi-Bruecke. Lecker Spiesschen! Die Bruecke an sich ist auch sehenswert, sie war die erste ueber den Yangzi und wurde seinerzeit in den 50s mithilfe der Sowjets gebaut. Aber ich schweife ab.
Uebersetzte Dokumente abgeholt, ab zum Standesamt. Paesse, Konsularbescheinigung, Ehefaehigkeitszeugnis und Fotos vorgelegt.
Mit fragendem Gesichtsausdruck begutachtet die Beamte das Ehefaehigkeitszeugnis und gibt es uns wieder zurueck - mit diesem Dokument koenne sie nichts anfangen. Die Nervositaet ist zurueck. Alles fuer die Katz?
Dann faellt ihr Blick auf die Konsularbescheinigung und alle Mienen hellen sich schlagartig auf auf. Ah, das brauchen wir! Nervositaet wie weggeblasen.
Die Groesse der Paerchenfotos wird nachgemessen, alles korrekt nach Vorschrift.

Fortsetzung folgt...
 
 
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Laogong (Gast)
24-jan-17
...Fortsetzung:

Wie bereits auf dem Konsulat wird mein Residence Permit kontrolliert, hier interessiert aber nur der letze Einreisestempel.
Es werden 3 Antraege (komplett auf chinesisch) ausgefuellt und unterschrieben, alles wird nochmal ueberprueft.
Achtung: "Sign with full name" bedeutet Unterschrift mit "Max Otto Mustermann", nicht einfach "M. Mustermann".
Da ich das erstmal vergeigt hatte (Nervositaet?), sind die Antraege jetzt mit "Max Mustermann Otto" unterschrieben. "Just write behind, no problem". In die Heiratsurkunde wurde mein Name natuerlich in korrekter Reihenfolge eingetragen. Wie flexibel chinesische Beamte doch sein koennen.
Ploetzlich zueckt die Dame eine Schere und schneidet das Foto zu! Mein Name sei zu lang, es passe sonst nicht in das Buechlein.
Ich spare mir die Frage, inwiefern die vorherige - sehr penible - Vermessung sinnvoll war. China eben, man kennt es ja.
Alle Unterschriften muessen noch mit einem rechten Daumenabdruck in roter Tinte bestaetigt werden, man bekommt zwei rote (was sonst!) Buechlein, fertig.
Das Ganze dauert in etwa 30 Minuten und ist free of charge.

Verheiratet!

Zeitaufwand: Etwas mehr als ein Monat.
Wir haben uns generell nich gestresst, wer es eilig hat, bekommt das sicher auch noch etwas schneller hin.

Was kostet wieviel und wo?
- 4 Fotos: 80RMB (Fotograf in Shanghai)
- Dokumente meiner Frau: 450RMB (Amt und Notar Yicheng)
- Ueberbeglaubigung, Legalisation: 1800RMB (Agentur Beijing, all incl.)
- Ehefaehigkeitszeugnis: 75Eur (Standesamt Deutschland)
- Konsularbescheinigung: 190RMB (Deutsches Konsulat)
- Uebersetzung meiner Dokumente: 300RMB (Buero Wuhan)
- Ehe-Registrierung: kostenlos (Standesamt Wuhan)

Insgesamt also ca. 3400RMB.

Fazit:
- Um das Ehefaehigkeitszeugnis kommt man als Deutscher so oder so nicht rum.
- Die Infoblaetter der deutschen Botschaft 10x mal durchlesen, bis einem wirklich alles klar ist. Amtsdeutsch eben.
- Internet hilft nur bedingt weiter. Direkt bei den zustaendigen Aemtern anrufen ist die effektivste und sicherste Methode um Infos einzuholen.
- Sind die chinesischen Originaldokumente besorgt, ist der Rest nur noch formeller, zeitlicher und finanzieller Aufwand.
- Anfangs wirkte alles kompliziert, danach haben wir darueber gelacht, wie realtiv einfach und flott doch eigentlich alles war - aehnlich wie beim ersten Schengenvisum vor einigen Jahren.

Fortzetzung folgt...
 
 
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Laogong (Gast)
24-jan-17
...Fortsetzung:

Hinweis:
Wie bereits erwaehnt, habe ich meinen Wohnsitz in Deutschland. Ich bin dort in einem 2000-Seelen-Dorf (am sogenannten Arsch der Welt), in dem ich auch aufgewachsen bin, gemeldet.
Eine der oertlichen Standesbeamten ist eine gute Freundin, wir kennen uns seit meiner Kindheit. Mir wurde zwar sehr gut geholfen, ein richtiger Amigo-Bonus war aber nicht drin, was moralisch betrachtet ja auch korrekt ist. Abweichungen vom amtlichen Prozedere (hatte da mal vorsichtig nachgefragt), um sich z.B. etwas Dokumentenkram zu sparen gab es nicht. Alles strikt nach Vorschrift also, selbst mit Guanxi. Vielleicht bin ich schon zu lange in China?
Allerdings behaupte ich, dass es bei den Dorf-Aemtern doch noch etwas persoenlicher zugeht, im Vergleich zur grossen Stadt.

Das Beschaffen der chinesischen Originaldokumente sahen wir erstmal als groesste Huerde. Gluecklicherweise konnten meine Schwiegermutter und mein Schwager alles relativ einfach organisieren. Wer weiss, ob das andernorts auch so - v.a. ohne persoenliches Erscheinen - klappt.
Alterniv zur Konsularbescheinigung liesse sich natuerlich auch das Ehefaehigkeitszeugnis fuer China legalisieren, der Aufwand in Deutschland wird dann jedoch erheblich groesser, ich sah die Bescheinigung als den einfacheren Weg.
Eine Heirat in Deutschland ist meines Erachtens nur sinnvoll, wenn man direkt im Anschluss auch dort bleiben will, der Aufwand fuer Verfplichtungserklaerung, Visum, Nachweis von Deutschkenntnissen etc. kommt dann noch hinzu.

Sind jetzt doch einige Zeilen geworden, aber vielleicht sind sie ja fuer den ein oder andern Heiratswilligen noch hilfreich!

Gruesse und xin nian kuai le,

ein Lao Gong
 
 
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Angus
27-jan-17
Die Standesbeamtin braucht ein Dokument auf dem "nicht verheiratet/geschieden/verwitwet" steht. Wenn man noch in D gemeldet ist und es nur mit der Meldebescheinigung macht, die schlussendlich nach Ueberbeglaubigung, Uebersetzung und Legalisierung durch die Deutschen und Chinesen ein offizielles Dokument ist. Dann ist es zum Heiraten ausreichend. Die Ledigkeit des chinesischen Teils wird von den Chinesen geprueft.
 
 
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Laogong (Gast)
29-jan-17
Theoretisch korrekt, mir wurde davon allerdings von mehreren Seiten abgeraten. Ich weiss z.B., dass es in Ji'an nicht akzeptiert wird, ein Freund wollte es dort so loesen (Stand 2015). Wie es in anderen Provinzen aussieht weiss ich nicht, deshalb hab ich es gleich gar nicht erwaehnt.
Zudem ist die Legalisierung in Deutschland ja doch ein recht grosser Aufwand. Anyway, mein Weg ist natuerlich nur einer von mehreren moeglichen :)
 
 
(thread closed)

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